Altenburger Marstall von 1959 bis 1979: Von der Remise des Herzogs zum geheimen Forschungslabor

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Beschreibung

Autor: Jürgen Müller

DIN A5 quer, Hardcover

64 Seiten mit zahlreichen bisher unveröffentlichten Abbildungen


„Was geschah von 1959 bis 1979 am Altenburger Marstall? –

Von der Remise des Herzogs zum geheimen Forschungslabor“


Man glaubt, als Altenburger über die Geschichte seiner Heimatstadt doch recht viel zu wissen. Heimatliteratur gibt es mittlerweile reichlich genug. Ausgrabungen bringen neue Erkenntnisse zur Frühzeit der Stadt hervor. Vielleicht können Scherben oder Skelette freigelegt und geborgen werden. Man hält ein Stück Geschichte in den Händen.

Anders sieht es jedoch mit Gebäuden aus, die längst verschwunden sind und uns Heimatinteressierten nichts weiter Interessantes hinterlassen. Oder der entstandene freie Platz wird wiederbebaut.

Leider sind auch in den letzten Jahrzehnten erhaltenswürdige Gebäude, die Geschichte geschrieben haben, aus nicht nachvollziehbaren Gründen aus dem Stadtbild verschwunden. Eines dieser Gebäude soll nun in dem neuen Buch aus dem Steffen Sell Heimat-Verlag Altenburg sein großes Geheimnis preisgeben.

Der Autor Jürgen Müller (79) bricht nach über 40 Jahren sein Schweigen und gibt eines der letzten großen Geheimnisse in unserer altehrwürdigen, ehemaligen Residenzstadt preis.

Denn nur eine Handvoll Altenburger wissen, was tatsächlich von 1959 bis 1979 am Altenburger Marstall geschehen ist – genauer gesagt im ehemaligen Herzoglichen Remisengebäude (links vom Teehaus aus gesehen), welches der Herzog ursprünglich u.a. zur Unterbringung seiner Kutschen und Wagen nutzte.

Dieses Randgebäude des Marstalls fand tatsächlich in keiner Publikation in den letzten Jahrzehnten Erwähnung. Es war für die Öffentlichkeit kein Gebäude von großem Interesse –möchte man meinen. Auch findet sich das Gebäude auf keiner Ansichtskarte aus längst vergangenen Zeiten.

Später war das Ablichten dieses Areal durch die Anwohner strengstens durch die Staatssicherheit untersagt worden. Aber warum?

Nachdem von 1949 bis 1968 das Deutsche Amt für Material- und Warenprüfung (DAMW) das Gebäude nutzte, etablierte sich dort bis 1979 eines der geheimsten Forschungsinstitute der damaligen DDR.

Entgegen des Warschauer Vertrages fanden in der DDR – speziell auch in Altenburg im Militärtechnischen Institut (MTI) – Forschungen mit chemischen Kampfstoffen, wie Tabun, Soman, Sarin, Lost (Hyperith) statt. Die zur Forschung verwendeten Kampfstoffe wurden im Keller in einem besonders gesicherten Raum (Giftraum) gelagert.

Eigens dafür wurde 1951 ein zweigeschossiges Laborgebäude im Anschluss an das Remisengebäude errichtet. Später kam noch ein Flachbau, das sogenannte „Technikum“ dahinter dazu.

Die Einheimischen staunten nicht schlecht, als ab 1975 eine Mauer mit Stacheldraht um das Gebäude herum errichtet wurde. Es erfolgte eine strengere Bewachung, kein Firmenschild verriet, was sich hinter der Mauer abspielte.

Jürgen Müller, damals selbst Mitarbeiter des Forschungsinstituts, hat die Erinnerungen an seine dortige Tätigkeit in dreijähriger Arbeit niedergeschrieben. Ihm ist zu verdanken, dass dieses interessante Kapitel Altenburger Heimatgeschichte durch dieses Werk für die Nachwelt erhalten geblieben ist.

Mit Genehmigung der Denkmalschutzbehörde wurden die erhaltenswürdigen Gebäude 2001/02 zurückgebaut und damit ein Stück Altenburger Geschichte vernichtet.

Mehr soll jedoch an dieser Stelle nicht verraten werden. Wer noch mehr erfahren möchte, dem sei die 64-seitige Publikation wärmstens empfohlen.